Neubau von Gebäuden für die Deutsche Botschaft Maskat / Oman

Nichtoffener, anonymer, interdisziplinärer Planungswettbewerb nach RPW 2008
mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren zur Auswahl von 7 bis 10 Generalplanerteams

In Maskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, sollen eine Kanzlei und eine Residenz sowie ein Wachgebäude errichtet werden. Das Grundstück ist circa 8.400 Quadratmeter groß und liegt im ausgewiesenen „Diplomatic Quarter“ zwischen teilweise bereits fertig gestellten Vertretungen anderer Gastländer. Die Kanzlei und die Residenz sollen als zwei voneinander getrennte Baukörper konzipiert werden mit einem Wachgebäude als ebenfalls separates Gebäude.

Sitzung des Preisgerichts: 2. Juli 2010

Das Preisgericht hat zwei 2. Preise vergeben.

2. Preis/1: Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart
2. Preis/2: Grüntuch Ernst Planungsges. mbH, Berlin

Informationen zu diesem Wettbewerb


2. Preis: Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Thorsten Kock, Martin Bez
Visualisierung: Renderbar mit
realgrün Landschaftsarchitekten, München,
Weischede, Herrmann + Partner, Stuttgart,
Henne + Walter ID f. Gebäudesysteme, Reutlingen
2. Preis Bez + Kock Architekten Generalplaner, Modell, Südansicht
2. Preis: Bez + Kock Architekten Generalplaner
Modell, Südansicht -
Quelle: BBR; Foto: Torsten Seidel, Berlin

 

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Positionierung der Baukörper auf dem Grundstück erlaubt eine räumliche Dierenzierung, deren Potential zwar noch nicht vollumfänglich ausgeschöpft ist, aber insgesamt sehr positiv bewertet wird. Die kompakte Organisation der Baukörper ist grundsätzlich funktional und statisch-konstruktiv richtig. Die Trennung der Funktionen ist, abgesehen von den Vorfahrtsbereichen, klar und überzeugend. Die Vorfahrtsbereiche sind zu überdenken mit dem Ziel, die Zufahrten zu Kanzlei und Residenz eindeutiger zu denieren. Die räumliche Gliederung der Residenz entspricht nur bedingt den Anforderungen. Die Nutzung der außen liegenden Loggia erschließt sich nicht. Das Element der durchbrochenen Wand führt zu einem einheitlichen Erscheinungsbild und kann in diesem Punkt überzeugen. Die Sinnhaftigkeit eines Einsatzes vor den Wohnbereichen wird kontrovers diskutiert. In statisch-konstruktiver Hinsicht wird die Ausbildung in Mauerwerksbauweise hinterfragt. Eine Überarbeitung sollte auch die Optimierung der Positionierung der tragenden Bauteile im Hinblick auf die Erdbebensicherheit beinhalten.

Die Investitionskosten liegen im niedrigen Kostensegment. Das energetische Konzept ist schlüssig und angemessen. Die Arbeit überzeugt insgesamt trotz einzelner räumlich-funktioneller Mängel durch ein homogenes architektonisches Konzept.


2. Preis: Grüntuch Ernst Planungsges. mbH, Berlin
Entwurfsverfasser: Almut Grüntuch-Ernst, Armand Grüntuch mit
Topotek 1 Büro für Garten- und Landschaftsplanung,
Schlaich Bergermann u. Partner SBP GmbH, Berlin,
Ingenieurbüro für Haustechnik KEM GmbH, Berlin
2. Preis Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft, Modell, Südansicht

2. Preis: Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft
Modell, Südansicht -
Quelle: BBR; Foto: Torsten Seidel, Berlin

 

Beurteilung durch das Preisgericht
Die klare Teilung in Zufahrtshof und gestalteten Garten unterstützt die Funktionalität des Gebäudes. Der schlichte Baukörper scheint über den durchlässigeren EG Zonen zu schweben. Die Raumaufteilung ist äußerst gelungen und die Lobbyzonen sind luftig, offen und einladend. Die Durchgängigkeit der Materialien sorgt für eine ruhige repräsentative Atmosphäre im Gesamtkomplex. In der Residenz sind private und öffentliche Bereiche gut getrennt. In der Kanzlei sind noch funktionale Mängel zu verzeichnen, die aber behoben werden können. Der „moderne“ Charakter im Erdgeschoss der Residenz wird begrüßt, aber die großen Glasfächen müssten zusätzlich Verdunkelung und Sonnenschutzmöglichkeiten aufweisen. Kritisch beurteilt wurden der textile Sonnenschutz über dem Atrium und die Vorhänge. Es stellt sich auch die Frage, ob die vorgeschlagenen Verglasungen den starken Regenfällen und dem hohen Staubaufkommen gewachsen sind. Bedenklich erscheint die mangelnde Rücksicht auf die Erdbebengefährdung. Das Tragwerkskonzept ist im Hinblick auf Erdbebensicherheit und Abtrag der vertikalen Lasten bislang rudimentär.

Das Projekt hat eine klare städtebauliche und landschaftsplanerische Haltung und besticht durch eine Architektur, die auch im Detail überzeugt.


Informationen zu diesem Wettbewerb

Auslober
Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch das
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Koordination und Durchführung
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A2
Fasanenstr. 87
10623 Berlin

Registriernummer bei der Architektenkammer Berlin: B-2009-25